Gerätturnen weiblich

Das Gerätturnen (früher auch Kunstturnen genannt) ist eine Olympische Individualsportart. Allerdings versteht man unter Gerätturnen viel mehr, als nur das Turnen an den olympischen Geräten. Im Einzelnen kann man das Gerätturnen in verschiedene Bereiche aufgliedern:

1.  Freies Bewegen an Geräten in einer Gerätelandschaft, einem Gerätepark oder mit und an Kleingeräten in den unterschiedlichsten Varianten.
Mutter-Vater-Kind-Turnen, Kleinkinderturnen und Kinderturnen gehören in diesen Bereich.

2.  Systematisches Turnen an Geräten zur Bewegungserfahrung, Koordination, Dehnung, Kräftigung und Verbesserung der motorischen Grundeigenschaften.

3.  Wettkampfsport an den Geräten Tisch/Pferd/Bock/Mattenberge (Sprung), Stufenbarren/ Reck, Schwebebalken und Boden in verschiedenen Altersklassen und auf verschiedenen Niveaus:

Leichtes Pflichtprogramm  (für Bestenkämpfe, P(A)-Meisterschaften, Mehrkampfmeisterschaften wie Deutscher Mehrkampf und Jahnwettkampf)
Kür-Wettkämpfe modifiziert in vier Schwierigkeitsstufen KM 4, KM 3, KM 2 und KM 1

4.  Leistungs- und Hochleistungssport an den Geräten Sprungtisch, Stufenbarren, Schwebebalken und Boden in den verschiedenen Altersklassen:

Schweres Pflichtprogramm (P(B)-Meisterschaften in den Altersklassen AK 6 bis AK 11) verbunden mit den Athletischen und Technischen Normen sowie einer Ballett- und Trampolinausbildung.
Kür-Wettkämpfe nach den internationalen Wertungsvorschriften (Code de Pointage) in den Altersklassen AK 12, AK 13, AK 14, AK 15 und AK 16 u.ä., der Olympiaklasse.

Die Bewertung in allen Wettkämpfen erfolgt in der Regel nach Schwierigkeit, Technik und Haltung.

5.  Gerätturnen im Seniorenbereich als Wettkämpfe (einfache Pflichtübungen) an den Geräten bzw. in gemischten Wettkämpfen bis teils ins hohe Alter von 80 und 90 Jahren.

Das Gerätturnen in seinen verschiedenen Ausprägungen ist die umfassendste Sportart in der Körperbildung und wird als Grundlage für weitere Sportarten oft einbezogen. Durch das Gerätturnen werden vor allem koordinative und konditionelle Fähigkeiten entwickelt, aber auch Mut, Willensqualitäten und Selbstbeherrschung/Körperbeherrschung. Kraft, Beweglichkeit, Anmut und gesundheitliche Aspekte komplettieren die Vielfalt des Gerätturnens.

Neben den Wettkampfgeräten Sprungtisch, Stufenbarren, Schwebebalken und Boden gibt es eine Reihe weitere Turngeräte, die die Vielfalt aufzeigen. Dazu gehören:

Mini-Trampolin, großes Trampolin, Schaukelringe, Taue, Kletterstangen, Turnbänke, Kleinkästen, Turnkästen, Blöcke, Sprungbretter, Weichmatten, usw.